Lothar Lehmon

Haustechnik + Elektroinstallationen
e   lektro
Innungsbetrieb des Elektrohandwerks

Elektroinstallationen

 

Die Elektroinstallation in Gebäuden gleich welcher Art umfasst heutzutage ungleich mehr als nur Strom und Licht. Noch immer stellen sich nicht wenige Bauherren und auch Architekten unter Elektroinstallation im Wesentlichen Steckdosen, Schalter und Leuchten, Sicherungskasten und Hausanschluss vor. Dies alles gehört nach wie vor dazu, darüber hinaus aber noch viel mehr.

Eine zeitgemäße Elektroinstallation in Gebäuden jeglicher Art ist Grundlage und Bestandteil der gesamten Technik im Gebäude, insbesondere aber der Gebäudeautomation (auch Gebäudesystemtechnik genannt)

Komfort
Fernbedienung vieler Funktionen, intelligente Jalousiesteuerungen, automatische Raumtemperaturregelung, Lichtsteuerung und vieles mehr – im Wohnbereich spricht man von „Home Automation“ bzw. vom „Intelligenten Haus“

Sicherheit
Präsenz- und Bewegungsmelder, Windwächter, Maximumwächter, Einbruch, Brand- und Rauchmeldesysteme, etc.

Energie- und Kosteneinsparung
Kontrollierte Be- und Entlüftung, Einzelraumtemperaturregelung, tageslichtabhängige Lichtsteuerung, Einbeziehung regenerativer Energiequellen, Wärmepumpen, etc.

Entscheidenden Einfluss auf diese rasante technische Entwicklung hatten die sogenannten Bussysteme, die auch unter dem Oberbegriff „Gebäudesystemtechnik“ bekannt geworden sind. Bekannte und gebräuchliche Systeme sind EIB (bzw. KNX), LON und LCN.

Klassische Elektroinstallation und Bustechnik
Hauptaufgabe der Elektroinstallation ist es, die elektrische Energie mit Hilfe eines mehr oder weniger verzweigten Leitungssystems sicher und elegant zu den Verbrauchern an beliebigen Stellen des Gebäudes zu transportieren. Diese Funktion ist vergleichbar mit dem menschlichen Blutgefäßsystem, das in ähnlicher Weise Nährstoffe (= Energie) zu den Organen und Zellen bringt.

Die bisherige „klassische“ Elektroinstallation diente in bestimmtem Maße immer auch gleichzeitig zur Steuerung der Vorgänge im Gebäude, einfach durch Schließen (Einschalten der Lampe) oder Unterbrechen (Ausschalten) des Energiekreislaufs. Mit der Zunahme der Funktionen und Geräte kann dieses Prinzip aber so nicht mehr weiter verfolgt werden, da der Bedarf an Kabeln und Leitungen (steigende Brandlast) und damit der Material-, Kosten- und Arbeitsaufwand immer höher würde.

Den entscheidenden Durchbruch brachte die Idee, Energie und Informationen mit getrennten Leitungen zu transportieren. Allen Bussystemen gemeinsam ist, dass sämtliche Verbraucher (= Aktoren) mit sämtlichen Befehlsgebern (= Sensoren) über eine einzige verdrillte Kupfer-Leitung ( = Busleitung) miteinander verbunden werden. Über diesen Installationsbus (außer der Kupfer-Leitung gibt es noch andere Medien) laufen, vergleichbar mit dem menschlichen Nervensystem, nach bestimmten Regeln sämtliche Steuerinformationen innerhalb des Hauses.

Größter Vorteil gegenüber der konventionellen Installation: Alle Ein- und Ausgabegeräte können durch Programmierung beliebig miteinander verbunden werden. So muss bei wechselnden Anforderungen nicht immer wieder neu installiert werden. Das System kann umprogrammiert und erweitert werden. Mit dem Verbinden der Busleitung eines programmierbaren dezentralen Systems (z.B. KNX, LON, LCN) und der angeschlossenen Komponenten entsteht ein Busnetzwerk, mit dem alle Funktionen (Komfortfuntkionen) der Gebäudes gesteuert werden können.

Abgrenzung zu anderen Systemen
In vielen Gebäuden gibt es noch eine Reihe weiterer Netzwerke, die zusätzlich in den Gebäuden installiert werden – z.B. Datennetze, Telefon-(TK-)Netze, TV-Netze etc. Oftmals werden hierfür ebenfalls Begriffe wie „Gebäudevernetzung“ oder „Heimvernetzung“ verwendet, so dass diese Systeme nicht selten mit dem Bussystem zur Übermittlung der Steuerimpulse ( = Bustelegramme) verwechselt werden. Gemeint ist damit aber meist die „Strukturierte Datenverkabelung“. Diese Systeme übertragen und verteilen im Unterschied zu den kurzen Steuerimpulsen des Bussystems große Datenmengen, z.B. Internet, Telefon, Fernsehprogramme etc. sowie auch Audio-/ Video-Daten (Multimedia). Die bisher eigenständigen Netze wachsen mit der Weiterentwicklung der Digitaltechnik künftig zusammen. Unter dem Begriff „Triple Play“ bieten die Kabelnetzbetreiber z.B. jetzt schon ein System an, das über eine Leitung die Nutzung der Dienste Telefon, Internetsurfen und Fernsehen ermöglicht. Diese Entwicklung ist derzeit stark im Fluss, sodass hier künftig noch viele Neuerungen zu erwarten sind.